
Der bärenhungrige Berlinreisende entdeckt im Tiergarten diesen imposanten Petz.

Blätternde Bärenmarken an Betonwänden begrüßen den Gast in Berlin Neukölln. Das hört sich so schön gruselig an, aber in Wirklichkeit liegt mitten drin der Richardplatz mit nettem Biergarten und "Berlins größten Schnitzeln".

Weiter geht's mit "positiv denken". Der Landwehrkanal verströmt bei anhaltend warmem Wetter einen modrigen Geruch, der bis in die Hinterhöfe der angrenzenden Gassen dringt. Da ist schon noch 'ne Mietminderung drin.

Wenn in Neukölln oder lieber in Kreuzberg welcher Krimi auch immer gedreht wird, manifestiert sich die berliner Schnauze in der Aufnahmeleitung. Passanten werden genauso herum kommandiert wie die Chargen.

Zwanzig meter weiter entschädigt das Marousche mit marokanisch-kreuzberger Küche. "Schawarma", "Mousse au Kischererbschen",

Schwarztee mit Rosenwasser und Pinienkernen...

Das dezent orientalische Ambiente lockt alle Nationalitäten und drei Biertische, die sich davor drängen sind meist besstzt.

Der lange Spatzergang nach dem Essen entlang dem Landwehrkanal, dem Wagendorf und historischen "Mauerhäusern" führt zu den Flosskähnen entlang des Ufers. Hier haben sich Bars etabliert und laden ein die Füße im Brackwasser baumeln zu lassen.

Ein Spatziergang in entgegengesetzter Richtung führt entlang des Maybachufers zum Orientalischen Markt der jeden Dienstag und Freitag Türken und Deutsche zusammenführt.

Türkisch, afrikanisch, ökologisch wird nach dem Gemüsebummel gesnackt. Geschmacksfreie Textilien werden neben Fisch, Fleisch und Käse feil geboten.

Gefeilscht wird kaum und die Preise sind moderat. Das Maybachufer ist schließlich ein boomendes "Schwellenland" Berlins und sogar das ganze Ufer runter bis zum Landwehrkanal bis fast genau zu ihm:

Das ist dann wieder Neukölln mit seinen diversen Gesichtern. Den Fantasievollen...

den Schattenseiten (Weshalb eigentlich?! Solch ein perfektes Exemplar ist in Prenzlberg sicher seit Jahren nicht aufgetaucht! - die haben doch nur "Würstchenform".)

und Balkonromantik.

Außerdem ist der Alexanderplatz mit der U8 in 20 Minuten zu erreichen.

Und die Museumsinsel von dort in ca 15 Gehminuten.
(fotos c. grossholz/wan)